Personal Austria - Fachmesse für Personalwesen












 

Lachen erlaubt – auch am Arbeitsplatz


Lachen erlaubt – auch am Arbeitsplatz

Mit Humor geht alles leichter, lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch im Berufsleben herrscht zumeist ein anderer Tenor. Bei der Arbeit hört der Spaß auf, ist eine weitverbreitete Ansicht, gegen die Dr. Roman F. Szeliga zu Felde zieht: Auch im Berufsleben sollte Humor einen hohen Stellenwert genießen, meint der Facharzt für innere Medizin. „Humor ist nicht die einzig wahre Businessphilosophie. Aber er ist dieses Tüpfelchen auf dem I, das in Unternehmen für Entspannung, Gemeinschaft und positive Dynamik sorgen kann“, erklärt der Experte. Ein Plädoyer für humorvollen Umgang am Arbeitsplatz hält Dr. Szeliga am Mittwoch, 11. November, auf der Personal Austria in Wien.

Lachen ist gesund. Dieser Effekt ist wissenschaftlich erwiesen. „Lachen und Humor haben einen positiven Einfluss auf viele Prozesse im Körper, vor allem hormoneller Art. Viele Daten belegen eine Stressreduktion, die Atmung wird verbessert, der Blutdruck sinkt“, weiß Dr. Roman F. Szeliga. Als Mitbegründer der „CliniClowns“ setzt der Arzt die heilsame Wirkung des Humors zudem bewusst dazu ein, kleine Patienten im Krankenhaus zu einer schnelleren Genesung zu verhelfen.

Aber Humor ist nicht nur gesund, sondern die Basis für allgemeines Wohlbefinden. „Humor ist ein Transmitter, der es ermöglicht, Botschaften auf den Punkt zu bringen, für entspannte Situationen zu sorgen, Aggressionen abzubauen – aber vor allem ist er die Grundlage dafür, sich selber wohl zu fühlen“, definiert der Keynote-Speaker. Dass dies auch im Arbeitsleben kein purer Luxus ist, kann der ehemalige Manager des Pharmakonzerns Johnson & Johnson Medical Austria ebenfalls anhand wissenschaftlicher Untersuchungen belegen: „Es gibt eine Studie der Universität Oklahoma, die besagt, dass in einer gelösten Atmosphäre zehnmal so viele kreative Ideen und Lösungen entstehen.“

Eine humorvolle Umgebung widerspreche nicht dem Leistungsgedanken, sondern fördere ihn sogar, folgert Dr. Szeliga. Gerade in der heutigen Arbeitswelt mit ihrer Vielzahl an kreativen und kommunikativen Berufen spiele der Spaß am und im Beruf eine bedeutende Rolle. Moderne Unternehmen wie Google, Microsoft oder Red Bull hätten dies erkannt und das Thema Humor in ihre Firmenphilosophie integriert oder gar in ihren Arbeitsverträgen verankert. „Es ist sehr spannend, was machbar ist, wenn Unternehmen bewusst auf Humor setzen – gerade in Zeiten wie diesen“, meint Dr. Szeliga. „In einem entspannten Arbeitsumfeld können und wollen die Beschäftigten viel mehr leisten – weil sie sich wohlfühlen und Krisen einfach besser überstehen.“ Überzeugend sei dieses Konzept auch, weil es so gut wie keine Investitionen erfordere: „Humor kostet nichts; ein Lächeln ist gratis, aber nie umsonst!“

Für das Betriebsklima sei immer das Management zuständig, betont Dr. Szeliga. Nur wenn der Vorgesetzte Humor toleriere und sich bisweilen selbst von seiner menschlichen Seite zeige, könnten die Mitarbeiter seinem Beispiel folgen. Dabei gehe es nicht darum, möglichst viele Witze zu erzählen, sondern bereits um kleine Gesten: „Humor beginnt für mich dort, wo man die eigene Person und den eigenen Status nicht mehr so wichtig nimmt und augenzwinkernd bekennt: „Ich bin ein Mensch mit jenen Stärken und Kompetenzen, aber auch mit Schwächen“, erläutert der Experte. Sich selbst auf den Arm zu nehmen sei nämlich nicht nur die beste Turnübung schlechthin, es mache auch sympathisch. Die Folge: „Dann akzeptieren die Mitarbeiter vermutlich auch die harten Seiten einer Führungskraft.“

Doch was hat ein Botschafter des Humors auf einer Messe für Personalmanagement zu suchen? „Ich plädiere dafür, schon bei der Personalauswahl Humorfähigkeit als Kriterium zu betrachten“, erklärt der Referent. Dies sei in einigen internationalen Unternehmen bereits gängige Praxis. Eine Firma in den Vereinigten Staaten stelle zum Beispiel im Aufnahmegespräch die Frage: „Überlegen Sie mal, welche Situation in Ihrem neuen Umfeld könnten Sie sich vorstellen mit Humor zu lösen?“

Vor dieser Frage brauche sich niemand zu fürchten, meint Dr. Szeliga. Denn Humorfähigkeit sei grundsätzlich in jedem Menschen angelegt. „Als Kind konnten wir es alle. Wir haben unsere Eltern angelächelt, um von Ihnen ein Lächeln zu erhalten. Darauf können wir zurückgreifen.“ Wer seine Humorfähigkeit steigern wolle, sollte sich überlegen: „Worüber lache ich gern, was erzähle ich gerne, bevorzuge ich den stillen Humor? Bin ich einer, der viele Pointen präsentieren kann?“ Weil es so viele Nuancen gebe, könne jeder etwas für sich finden, ist sich der Keynote-Speaker sicher.

Der Keynote-Vortrag „Humor – Power in Personalwesen und Kommunikation“ steht am Mittwoch, 11. November, von 12.45 bis 13.45 Uhr im Praxisforum 1 auf dem Programm der Fachmesse. Der Besuch der Praxisforen und Aktionsflächen ist im Eintrittspreis enthalten (bei Vorabregistrierung unter www.personal-austria.at/Registrierung 10 Euro, an der Tageskasse 20 Euro). Mehr über das Programm und das Ausstellerangebot der Personal Austria erfahren Interessenten unter www.personal-austria.at.
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