Digitale Lernvielfalt an Hochschulen

Von der Aufzeichnung und Live-Übertragung von Vorlesungen über im Netz zugängliche Lernmaterialien bis hin zu Online-Seminaren oder gar –Studiengängen: der digitale Fortschritt macht vieles möglich. Kein Gequetschte mehr in den Auditorien, die Chance auf eine universitäre Ausbildung mit Kind oder während der Betreuung hilfsbedürftiger Angehöriger – eine schöne Vorstellung. Doch wie weit sind die Universitäten in Punkto digitales Lernen bisher gekommen?

Dieser Frage haben sich E-Learning-Experte Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. techn. (habil.) Martin Ebner und sein Team vom Verein „Forum neue Medien in der Lehre Austria“ angenommen. Der Verein mit Ebner an der Spitze versteht sich als hochschulübergreifende Interessenvertretung und engagiert sich für den Einsatz neuer Medien in der Lehre. Ziel des Vereins ist der weitere Ausbau und die Etablierung von E-Learning-Tools am tertiären Bildungssektor. Eine Bestandsaufnahme in Form einer eigenen E-Learning-Studie soll als Basis dieses Vorhabens dienen. Die Studie bietet Hilfestellungen für Entscheidungsprozesse an Hochschulen und in der Wirtschaft.

In seinem Keynote-Vortrag „Lernen mit Neuen Medien im tertiären Bereich – Studie zu Strategie, Ressourcen, Organisation und Erfahrungen“ auf der Personal Austria wird Ebner die Studienergebnisse vorstellen. Bemerkenswert waren vor allem folgende Punkte:

- 36 von 49 Hochschulen, die den Online-Fragebogen ausgefüllt haben, setzen E-Learning hochschulweit ein; keine einzige Hochschule verzichtet vollständig auf E-Learning.

- Freie Bildungsressourcen werden von 38 Hochschulen zumindest vereinzelt eingesetzt.

- 14 Hochschulen verfügen über eine dezidierte E-Learning-Strategie, nur drei Hochschulen geben an, keine strategischen Überlegungen zu E-Learning anzustellen.

- 20 Hochschulen bieten keine Anreize für den Einsatz von E-Learning, nur bei neun Hochschulen wirkt sich der E-Learning-Einsatz karrierefördernd aus.

- Als größte Herausforderung beim Einsatz von E-Learning werden ausreichende Personalressourcen gesehen (14 Hochschulen), die technische Infrastruktur stellt hingegen keine Herausforderung dar.

Martin Ebner leitet die Organisationseinheit Lehr- und Lerntechnologien an der Technischen Universität Graz und ist dort für sämtliche E-Learning-Belange zuständig. Darüber hinaus forscht er am Institut für Informationssysteme und Computer Medien zum Themenfeld, insbesondere zu Open Educational Resources, Learning Analytics, Mobile und Seamless Learning. Schon für seine Dissertation beschäftigte sich Ebner von 2001 bis 2005 mit digitalen Lernmöglichkeiten und veröffentlichte dazu seine Schrift „e-Learning im konstruktiven Ingenieurbau“. Seine Habilitation (2006 bis 2010) verfasste er zum Thema „The Influence of Web 2.0 Technologies on Technology Enhanced Learning”. Seit 2010 ist er Präsidiumsmitglied des Vereins „Forum Neue Medien in der Lehre Austria“.

Studie als PDF runterladen.

 

 --Veranstaltungstipp--

Keynote-Vortrag von Univ.-Doz. Dipl.-Ing. Dr. techn. (habil.) Martin Ebner:

Lernen mit Neuen Medien im tertiären Bereich – Studie zu Strategie, Ressourcen, Organisation und Erfahrungen Personal Austria, Messe Wien, Halle A, Stage II

Mittwoch, 09. November 2016, 15.35 Uhr bis 16.15 Uhr
Corporate Learning & Working | Start-up Stage

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Friederike Kunkel

Digital Communication Manager

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